"Bohemistyka" – internationales Diskussionsforum für Bohemisten

    "Politik hat zahlreiche Zeitschriften, Literatur hat auch [...] eine Reihe Wochenblätter und Monatsschriften; mannigfaltige Berufe haben ihre Fachzeitschriften. Nur die Sprache – als Werkzeug einer Kommunikation für jeden, für alle nötig, aber von allen nicht nur nicht angesehen, vielmehr benachteiligt und mißhandelt, in das Gespräch nicht vorgelassen – darf sich niemals beklagen" – diese Worte schreibt man im Jahr 1901 in der ersten Nummer des "Sprachlichen Ratgebers" ("Poradnik Jêzykowy"). Und es geschah, wie die Redakteure des "Sprachlichen Ratgebers" gefordert hatten: diese Zeitschrift füllte und über die letzten hundert Jahre hindurch diese Lücke aus.

    Auch polnische Bohemisten – analog den Redakteuren des "Sprachlichen Ratgebers" – meinen heute, dass in Polen eine Zeitschrift fehlt, die das Ziel hat, eine Diskussion über bohemistische Probleme zu führen, welche man nicht nur in Tschechien, sondern vor allem außerhalb der Grenzen dieses Landes behandelt. Mit den Herausgebern dieser neuen slawistischen Zeitschrift, deren Publikation trotz der schweren Bedingungen der gegenwärtigen Zeit möglich geworden ist, bin ich überzeugt, dass ich im Einverständnis mit den Wünschen aller an der Sprache Interessierten handle. Diese neue Zeitschrift heißt "Bohemistyka" und erscheint am Institut für Slawistik in Adam Mickiewicz Universität in Poznañ. Dieses Periodikum ist eine Vierteljahresschrift.

    Was ist die Aufgabe der "Bohemistyka"? In erster Linie soll sie volle und offene Information und erfolgreiche Hilfe für alle Bohemisten, besonders aber in Polen, bieten. In Hinblick darauf wird "Bohemistyka" ein Organ des Gedankenaustausches, der Behandlung verschiedener Fragen und wissenschaftlicher Erfahrungen sein. Die Zeitschrift soll über bisherige Forschungsergebnisse informieren, über Konferenzen, die organisiert wurden, und sie soll in bestmöglicher Form alte und neue bohemistische Probleme erörtern. Als Muster für "Bohemistyka" haben Zeitschriften, wie "Naše øeè", "Èeská literatura" und "Èeský jazyk a literatura" gedient, von denen ich auch die Struktur der Zeitschrift und ihr Format übernommen habe.

    Weil ein besonders wichtiger Punkt des Programms dieser Zeitschrift das Heranziehen von wissenschaftlichen Mitarbeitern und allen an bohemistischen Problemen Interessierten ist, enthält dieses Organ (neben einer wissenschaftlichen Abteilung) auch Abteilungen für Rezensionen, Besprechungen und Berichte. Ich wollte mich daher auf drei fundamentale Ziele konzentrieren, die man in der Struktur der Zeitschrift in Form von drei Abteilungen sieht. Diese sind:

1. Die wissenschaftliche Abteilung, in welcher die Informationen über die aktuellen Arbeiten, Forschungen und wissenschaftliche Errungenschaften von Bohemisten enthalten sind. Hier werden auch Artikel aus dem Sachbereich der tschechischen Literaturwissenschaft und der tschechischen Linguistik und ebenso komparative Studien zu finden sein.

2. Die Abteilung für Rezensionen, Besprechungen und wissenschaftliche Mitteilungen; in dieser Abteilung finden sich kritische Informationen über bohemistische wissenschaftliche Bücher, die in Tschechien und in Polen (oder in anderen Ländern) veröffentlicht wurden. Das erleichtert dem Leser eine schnellere Orientierung über Neuerscheinungen.

3. Die Abteilung Chronik, in welcher ich über Jubiläen tschechischer und nicht nur tschechischer Bohemisten, über bohemistische Zentren in der Welt, über wissenschaftliche Konferenzen, die sich mit der Problematik der tschechischen Sprache und Literatur etc. beschäftigen, informieren will. Hier werden sich auch Berichte über Aktivitäten von Institutionen und bohemistischen Organisationen in der ganzen Welt finden.

    Ob diese Ziele verwirklicht werden können, wird nicht nur von mir oder den Redaktionsmitgliedern abhängen. Alle sollen an der Redigierung der "Bohemistyka" teilnehmen, damit die Ziele dieser Zeitschrift gut realisiert werden können. Der Wert von "Bohemistyka" wird auch von einer harmonischen und planmäßigen Mitarbeit abhängen. Ich richte deshalb auch an alle Leser die heiße Bitte, dass sie nicht nur Empfänger sein mögen, sondern auch Mitarbeiter. Ich will niemanden in der Form der Mitarbeit einschränken. Jede Äußerung (ein Artikel, eine Besprechung, eine Rezension, ein Bericht über eine wissenschaftliche Konferenz, eine Information usw.) kann eine wertvolle Bedeutung und einen praktischen Wert haben; alles kann dem Ansehen der Zeitschrift dienen. Es wird dank der Mitarbeit ein lebendiges Wort sein, das eine Brücke zwischen Bohemisten und bohemistischen Zentren in Tschechien und außerhalb baut. Die Spalten der "Bohemistyka" stehen jedem offen, der mit uns zusammenarbeiten möchte.

    Ich will zur Mitarbeit animieren, deshalb gebe ich eine Kontaktadresse an. Am schnellsten ist ein E-Mail-Kontakt. Ich bitte, schreiben und senden Sie mir Ihren Text auf E-Mail: bohemistyka@amu.edu.pl oder mieczyslaw.balowski@amu.edu.pl. Sie können auch den Text (mit einer Diskette) an folgende Adresse schicken:

Redakcja "Bohemistyki"
Instytut Filologii S³owiañskiej
ul. Aleksandra Fredry 10
PL–61–701 Poznañ

 

Zeitschrift "Bohemistyka" © 2001-2017. Alle Rechte vorbehalten.
Webmastering – Daniel Balowski.